Plötzlicher Herztod

Ein (idealerweise überlebter) plötzlicher Herztod bedarf in jedem Fall einer bestmöglichen kardiologischen Aufklärung seiner Ursachen. Diese können grundverschieden sein. Im Allgemeinen unterscheidet man strukturelle Herzerkrankungen, Herzrhythmusstörungen, sowie vorübergehende Auslöser. Zahlenmäßig spielt die Koronare Herzkrankheit unter den strukturellen Herzerkrankungen die größte Rolle, wobei der Herzinfarkt die häufigste Todesursache ist. Lipidstoffwechselstörungen (z.B. erhöhte Cholesterinwerte im Blut) können hierfür eine genetisch bedingte Veranlagung sein. Aber auch Kardiomyopathien (Herzmuskelerkrankungen) wie die Dilatative oder Hypertrophe Kardiomyopathie oder Herzklappenerkrankungen können als strukurelle Herzerkrankungen Ursache des plötzlichen Herztods sein und im Falle der Kardiomyopathien oftmals genetisch aufgeklärt werden. Die Gruppe der (angeborenen) kardialen Arrhythmien (d.h. Herzrhythmusstörungen) ist in sich vielschichtig und umfasst zunehmend viele Gene als molekulare Ursache, so dass in jedem Verdachtsfall unbedingt eine kardiologisch-rhythmologische Abklärung erfolgen sollte. Nicht zuletzt können vorrübergehende Auslöser zu einem plötzlichen Herztod führen. Deren Spektrum reicht von Störungen des Elektrolythaushalts über (virusbedingte) Entzündungen des Herzmuskels (Myokarditis), Auswirkungen von Drogen, Giften und Medikamenten bis hin vasovagalen (d.h. nervlich vermittelten) Reaktionen.

Weiterführende Literatur:

Plötzlicher Herztod bei jungen Menschen durch kardiale Gendefekte. S. Kauferstein et al. Deutsches Ärzteblatt 106(4):41-47.2009